Die Ordensburg

Mai 27, 2010 at 8:55 pm Hinterlasse einen Kommentar

Bibliographische Angabe:

Titel: Die Ordensburg
Autor: Bernhard Hennen
Erscheinungsdatum: November 2007
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-453-52333-3

620 Seiten + 16 Seiten Anhang
Taschenbuch

Vorgänger: Die Elfen, Elfenwinter, Elfenlicht, (Elfenkönigin seit 2009)
Nachfolger: Die Albenmark, Das Fjordland

Inhalt:

Mehr als tausend Jahre sind vergangen, seit die beiden Elfen Farodin und Nuramon losgezogen sind um ihre Geliebte Noroelle aus der Verbannung zu befreien. Vernichtende Kriege haben seitdem die Albenmark und die Welt der Menschen von Grund auf verändert. Jahrhunderte nach den Trollkriegen sieht sich das Fjordland, die einzige noch bestehende Verbindung zwischen der Welt der Menschen und der der Albenkinder einer neuen Gefahr ausgeliefert.

Die Tjuredkirche hat sich zur mächtigsten Religion der gesamten Welt etabliert und greift jetzt nach dem Fjordland, dem Land der Heiden und Barbaren. Die Botschaft die die Priester verbreiten ist einfach und verständlich: Tod all dem was anders ist, all dem, was nicht menschlich ist. Wer sich nicht bekehren lässt stirbt.

Bei einer Verhandlung zwischen dem König des Fjordlands und den Anführern der Tjuredkirche gerät Gishild, die einzige Trohnfolgerin des Fjordlands in die Hände der Priester.

In einer abgelegenen Ordensburg soll das kleine Mädchen einer Gehirnwäsche unterzogen werden und den Widerstand der Fjordländer brechen.

Dort lernt sie auch den jungen Ritter Luc kennen. Der aufstrebende Ordensritter trägt das Blut des Gründers der Kirche in sich, nicht ahnend über welche Macht er somit verfügt.

Somit wird er unwissentlich zu einem Werkzeug der Priesterfürsten, die selbst einen stillen und blutigen Kampf untereinander austragen.

Jeder kämpft nur für sich selbst.

Rezension:

Das vierte Buch aus der Elfen-Reihe ist das erste Buch, das zum größten Teil in der Welt der Menschen spielt. Wären da nicht die gnadenlosen Elfen, die schlauen Kobolde oder die zerstörerischen Trolle, die zeitweise den Rittern der Tjuredkirche die Köpfe zermatschen, dann könnte man „Die Ordensburg“, sowie die beiden folgenden Bücher aus der Trilogie als Historienromane durchgehen lassen.

Doch der einzigartige Erzählstil Hennens hat sich nicht geändert. Wie zuvor überzeugt er durch seinen allwissenden Erzähler, der dem Leser einen sehr deutlichen Einblick in die Gedanken und Gefühle der Personen gibt. Auch der noch so unwichtige Krieger wird dem Leser nahe gebracht, so dass man das Gefühl hat etwas würde fehlen, wenn die Person zwei Seiten später jämmerlich verblutet.

Den wenigsten Figuren in Hennens Romanen wird eine lange Lebensdauer beschert. Wer sich an seinen fantastischen Erzählstil gewöhnt, was relativ schnell passiert, der sorgt sich vor jedem Kapitel erneut um die Hauptfiguren, die einem ans Herz gewachsen sind. Denn auch vor den vermeintlichen Protagonisten wird nicht halt gemacht. Hennen ist nicht einmal so gütig den Helden des Buches einen heroischen Tod zu gewähren. Sie sterben einfach. Eine Kanonenkugel trifft unter Hunderten ausgerechnet den König und ein unglücklicher Querschläger setzt der beliebten Elfe ein abruptes Ende.

Doch gerade diese Tatsache macht das Buch so spannend.

Ein weiterer Punkt, den man unbedingt hervorheben muss, ist das ständige Schwanken zwischen Gut und Böse, an dem nicht zuletzt der allwissende Erzähler schuld ist.

Die Kapitel sind kurz gehalten und konzentrieren sich immer auf eine andere Person.

Wenn Gishilds Angst vor den Priestern beschrieben wird, kommt man nicht umher die Tjuredkirche ebenfalls zu verachten.

Im nächsten Kapitel jedoch wird das Leid verdeutlicht, was einem Ritter des Kirchenordens aufgrund der Elfen widerfahren ist. Schon kommt man ins Grübeln, ob nicht die Elfen die eigentlichen Bösen sind.

Wer die ersten drei Bücher gelesen hat, dem sind die Elfen, sowie alle anderen Albenkinder ans Herz gewachsen. Man versteht sie, man sympathisiert mit ihnen.

Diese Einstellung wird auf eine Probe gestellt, wenn die Prinzessin des Fjordlandes zwar gegen ihren Willen zu einer Ordenskriegerin ausgebildet wird, aber dennoch anfängt die Ritter der Kirche zu verstehen.

Dieses Hin und Her des Lesers, offenbart die eigentliche Sinnlosigkeit des Krieges. Man wird sich nie einig für welche Seite man sich selbst entschieden hätte und diese Tatsache zeichnet das Buch aus.

Fazit:

Bernhard Hennen überzeugt wieder einmal mit seinem einzigartigen Erzählstil. Der Lesefluss wird nie durch langweilige Beschreibungen oder Gefühlsausbrüche unterbrochen. „Die Ordensburg“, sowie die beiden anderen Bücher der Trilogie halten für jeden etwas bereit. Von Sanftmut bis Brutalität ist alles dabei. Und diejenigen, die „Elfenwinter bereits gelesen haben, sind eh durch nichts mehr zu schocken – außer durch einen gleichnamigen Film…

Als mein absolutes Lieblingsbuch fällt meine Bewertung wie folgt aus:

Entry filed under: Bibliothek. Tags: , , .

Allods – Erster Eindruck

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Trackback this post  |  Subscribe to the comments via RSS Feed


Kategorien

Fan werden bei Facebook!

Immer über neue Artikel informiert sein? Jetzt den kostenlosen Newsletter abonnieren!

Schließe dich 7 anderen Followern an

Kalender

Mai 2010
M D M D F S S
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31  

%d Bloggern gefällt das: